Donnerstag, 28. Juni 2012

Einmal drumherum und durch die Mitte


The Ghan

In Darwin bringen mich Aaron, Tom und Fanny vor der Arbeit zum Bahnhof. Diesmal ist der Abschied entgueltig und so im Zug davonzufahren und seinen Freunden zu winken macht doch etwas traurig. Ich war aber so aufgeregt mit "der Ghan"zu fahren. Als ich dann tatsaechlich in der Ghan sass, war ich etwas ernuechtert, dass es nur ein Zug ist. Das war natuerich keine Neuigkeit und ich hatte kein Raumschifff erwartet, aber ja es ist ein Zug. Ein schoener Zug, der bis Alice Springs schnurgerade 14 Stunden durch Niemandsland faehrt. Da die letzten Jahre gute Jahre mit viel Regen waren, war die erwartete rote Wueste dann doch sehr gruen und buschig. Aber ja mit der Ghan zu fahren ist definitiv ein kleines Abenteuer fuer sich. Vorallem wenn man neben einer 65 Jahre alten Backpackerin sitzt, mit der man ueber das Hostelleben redet und sie einem alle 20min die gleichen Geschichten erzaehlt.

  

Alice Springs

In Alice Springs, dem Center Australiens, dem heissen Herzen des Kontinents, der Wueste angekommen wurde ich ueberrascht, denn es war kalt. Unglaublich kalt. Nach dem Luxus eines richtigen Bettes, der letzten Wochen hab ich dann eine Nacht in einem Hostel verbracht, wo mir armen Backpacker promt mein Kaese (der erste gekaufte Kaese seit Monaten) gestohlen wurde. Schweine. Dafuer fand ich Converse die den Verlust wett machten. Am zweiten Tag fand ich einen Couchsurfer, Eli. Jeden Tag hatte er mehrere andere Reisende bei sich in der Wohnung und nun kann ich behaupten echtes italienisches Pilzrisotto kochen zu koennen. Alice Springs ist recht gross und recht...tot. An einem Tag schaute ich mir alle "Attraktionen"an. Die Flying Doctors, die Aussicht vom Ansac Hill, Kunstgallerien mit schoenen Aboriginie Malereien und ganz viele merwuerdige und angsteinfloessende Tiere im Reptilienzoo. So denke ich habe ich meine Miniphobie vor Schlangen nun verloren, als mir die nette Mitarbeiterin bei einer Vorfuehrung prompt eine 9kg Python um den Hals legte, die mir mit der Zunge im Gesicht rumzuengelte und sich um meinen Kopf, Hals und meine Beine schlaengelte.




Uluru (Ayers Rock) und Kata Tjuta (The Olgas)

Einmal im Center kommt auch ein Sparfuchs nicht am AyersRock und den Olgas vorbei. Leider ist es nicht so einfach dorthinzukommen und sparsam zu bleiben. Viele denken der Uluru steht in Alice Springs, aber das er eine 5 Studenfahrt entfernt ist sagt einem keiner. Nach einer Marathonsuche nach einem Lift nach Adelaide fand ich dann tatsaechlich jemanden fuer den uebernaechsten Tag und buchte spaet nachts noch schnell eine Tagestour zum Ayers Rock (Uluru) und den Olgas (Kata Tjuta). Wohl die laengste Tagestour die es gibt mit 1100km zu fahren und 16 Stunden durchzuhalten. Das war es aber definitiv wert. Durch die riesigen runden Felsen bei Kata Tjuta zu laufen ist einfach atemberaubend und Uluru hat etwa magisches an sich.




Uluru ist riesig und all die Geschichten der Aborignies, wie Uluru entstanden ist und wie die Hoehlen, Loecher und Spalte entstanden sind, geben einen einen kleinen Einblick in die Kultur der Aboriginies, die so anders zu unserer ist und manchmal schwer zu verstehen ist. Auf jedenfall merkt man das, dass Land und vorallem Uluru und Kata Tjuta heilig fuer sie sind.



So trage ich mich lieber stolz in das Besucherbuch ein auf dem steht “ich bin nicht auf den Ayers Rock gestiegen”anstatt wie so viele andere Touristen den gefaehrlichen Aufstieg zu wagen. Ich bin mir sicher das Aboriginies auch nicht auf einem Gebetsteppich rumtrampeln wuerden oder mit dem Jesus am Kreuz Schweinchen in der Mitte spielen wuerden. Warum muss man dann auf einer heiligen Staette rumlaufen? Es ist nicht nur unverschaemt sondern auch gefaehrlich. 45 Menschen sind bei dem Auftieg gestorben und 350 haben im nachhinnein einen toetlichen Herzanfall gehabt. Ist es das wirklich wert?


Ganz wie ein tourist sitze ich dann mit dem Rest der Gruppe mit einem Glas Champagner und einem BBQ vor Uluru und schaue zu wie die untergehende Sonne den Monoliten rot faerbt. Ich fuehle mich nicht ganz wohl und wuerde lieber mit Freunden um ein Lagerfeuer sitzen, dem Sonnenuntergang zu schauen und mein eigenes Essen kochen. Aber man kann nicht alles haben, oder nicht haben. Ich denke ich bin zu verwoehnt, unverweohnt zu sein und einfach zu leben…



Roadtrip von Alice nach Melbourne

Spaet nachts zurueck in Alice Springs packe ich schnell meinen Rucksack um dann frueh morgens nach Melbourne aufzubrechen. Mit einer Schwedin und einem Australier und einem fahrendem Haus. Das Wohnmobil das wir relocaten nach Melbourne ist grosser als ein Dormraum, hat Dusche, Mikrowelle, Kuehlschrank, Grill… und schluckt unglaublich viel Diesel. Die Strecke nach Adelaide ist einfach der Wahnsinn. Es ist so flach und die Landschaft veraendert sich alle 5min. Endlich sah die Wueste auch mal wie eine Wueste aus, ohne Baeume und Buesche kilometerweit in alle Richtungen.




Man kommt, mitten in der Wueste an riesigen Salzseen vorbei, die wie Eis in der Sonne glitzern. Laeuft man im Tshirt auf ihnen rum, bekommt man das Gefuehl etwas stimmt nicht und es sollte kalt sein.




Nach einem Tag kommten wir nach Coober Pedy. Kilometer vor Cooper Pedy steht ein Schild “nicht unbedacht  Rueckwaerts gehen” “und Gefahr, tiefe Schaechte”, ueberall haeufen sich grosse Sand- und Erdhaufen auf. Coober pedy ist eine Opalstadt und der groesste teil der Stadt ist unterirdisch. So gibt es Hostels und Campingplaetze unter der Erde. In alten Minenschaechten befinden sich ganze Kirchen. Da der groesste teil der Stadt daher nicht zu sehen ist wirkt das ganze noch merkwuerdiger. Trostlos, tot und gruselig. Kein gruen weit und breit, ein Albtraum dort zu leben. Merkwuerdige “Kunst”wie alte Computer und ganze Raumschiffe, aus irgendwelchen billigen Spacemovies.


Hostel unter der Erde in Coober Pedy- vielleicht verlockend bei 50C im Sommer aber nicht so sehr bei Minusgraden in der Nacht im Winter



Als wir in einer Unterirdischen Kirche landen die uns weiss machen, will das der juengste Tag gekommen ist, da es 57 Woerter in Mattheaus gibt und man daraus irgendwie auf 666 kommen kann und das Evolution Quatsch ist weil es doch einfach zu absurt klingt und wir dann herausfinden das es eine Sonntagschule ist und dieser Unsinn der australischen Kindern beigebracht wird, fluechten wir aus Coober Pedy.


Auf dem Weg nach Port Augusta sehe ich dann doch, wenn auch nur aus der Ferne, die Flinders Ranges. Eine Bergkette die einen Kreis bildet und im Inneren eine unwirklich aussehende Mondlandschaft geschaffen hat. Kein Wunder das der Flim Pitch Black dort gedreht wurde. Aus der Ferne sehen sie aber eher wie weiche Huegel aus in der Hobbits leben koennten.


Sonnenuntergang im Nirgendwo


Ein eher schlechtes Bild der Milchstrasse. Aber der Emu ist zu erkennen. Der dunkle Fleck in der Milchstrasse ist der Kopf des Emus. Ein Sternenbild der Aboriginies das ihnen sagt wann man Emus jagen darf. Der Koerper geht weiter nach unten. Momentan ist er in einer Flugposition was heisst das er gejagt werden darf. Im Fruehling wenn die Emus brueten veraendert sich das Bild sagt den Aboriginies das keine Emus gejagt werden duerfen.


In unserem fahrendem Haus hatten wir neben Dusche und Bad, Kuehlschrank und Microwelle auch einen Grill weswegen es am letzten Abend das allerbeste Essen gab. Gegrillte Nachos mit Salsasauce, Avocado, Paprika, Tomate, Roten Ziebeln und natuerlich Kaese. Mmhhhjam!


                                       Karin und Frank verloren im Nebel in den Grampians

In Port Augusta sehen wir dann endlich wieder das Meer. Da ich schon in Port Augusta war, habe ich dort meinen Australien Loop vollendet. Einmal rundherum und durch die Mitte!! 
In Adelaide bleiben wir 30min. Es regnet, ist nebelig und kalt. Bevor wir nach Melbourne kommen, stoppen wir noch in den Grampians. Letztes Mal war es warm und trocken, diesmal ist es regnerisch und nass. Wir rutschen den Wonderlandwalk entlang, der wirklich maerchenhaft aussieht und werden pitschnass. Im Sandycreek NP entdecken wir einen Bienenstock und Frank kommt nicht umher reinzuschauen. Natuerlich werde ich daraufhin gestochen. Nach einen Stich in den Hals und einer kratzigen Luftroehre im Nachhineine, gerate ich nur kurz in Panik. Ich sehe schon jemanden ein Messer in meinen Hals rammen und mich durch einen Kugelschreiber atmen, doch dann lutsche ich ein Hustenbonbon und die Schwellung geht zurueck. Danke Nestlé. “gehst du in den Super markt und willst kaufen eine Tuetensuppe. Es gibt Maggie, heiz und dr.oetker, doch letztendlich ist alles Nestlé. Alles Huehnchen, alles Nestlé.”-das Kaenguru

Jetzt bin ich in Melbourne. Kaempfe um meinen Passport mit nervigen Botschaften mit Oeffnungszeiten 14-15h und unfreundlichen Menschen. Dafuer lebe ich im absolut neusten und modernsten Appartment mit drei netten Australiern die mir die besten kleinen Stock-artigen Pubs zeigen und einfach super nett sind. Hier laesst es sich die letzte Woche in Australien gut ausshalten.

…noch einen Monat. Bis bald. Hab euch lieb <3
Laura

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