The Ghan
In Darwin bringen mich Aaron, Tom und Fanny vor der Arbeit zum Bahnhof.
Diesmal ist der Abschied entgueltig und so im Zug davonzufahren und seinen
Freunden zu winken macht doch etwas traurig. Ich war aber so aufgeregt mit
"der Ghan"zu fahren. Als ich dann tatsaechlich in der Ghan sass, war
ich etwas ernuechtert, dass es nur ein Zug ist. Das war natuerich keine
Neuigkeit und ich hatte kein Raumschifff erwartet, aber ja es ist ein Zug. Ein
schoener Zug, der bis Alice Springs schnurgerade 14 Stunden durch Niemandsland
faehrt. Da die letzten Jahre gute Jahre mit viel Regen waren, war die erwartete
rote Wueste dann doch sehr gruen und buschig. Aber ja mit der Ghan zu fahren
ist definitiv ein kleines Abenteuer fuer sich. Vorallem wenn man neben einer 65
Jahre alten Backpackerin sitzt, mit der man ueber das Hostelleben redet und sie
einem alle 20min die gleichen Geschichten erzaehlt.
Alice Springs
In Alice Springs, dem Center Australiens, dem heissen Herzen des
Kontinents, der Wueste angekommen wurde ich ueberrascht, denn es war kalt.
Unglaublich kalt. Nach dem Luxus eines richtigen Bettes, der letzten Wochen hab
ich dann eine Nacht in einem Hostel verbracht, wo mir armen Backpacker promt
mein Kaese (der erste gekaufte Kaese seit Monaten) gestohlen wurde. Schweine.
Dafuer fand ich Converse die den Verlust wett machten. Am zweiten Tag fand ich
einen Couchsurfer, Eli. Jeden Tag hatte er mehrere andere Reisende bei sich in
der Wohnung und nun kann ich behaupten echtes italienisches Pilzrisotto kochen
zu koennen. Alice Springs ist recht gross und recht...tot. An einem Tag schaute
ich mir alle "Attraktionen"an. Die Flying Doctors, die Aussicht vom
Ansac Hill, Kunstgallerien mit schoenen Aboriginie Malereien und ganz viele
merwuerdige und angsteinfloessende Tiere im Reptilienzoo. So denke ich habe ich
meine Miniphobie vor Schlangen nun verloren, als mir die nette Mitarbeiterin
bei einer Vorfuehrung prompt eine 9kg Python um den Hals legte, die mir mit der
Zunge im Gesicht rumzuengelte und sich um meinen Kopf, Hals und meine Beine
schlaengelte.
Uluru (Ayers Rock) und Kata Tjuta (The Olgas)
Einmal im Center kommt auch ein Sparfuchs nicht am AyersRock und den Olgas
vorbei. Leider ist es nicht so einfach dorthinzukommen und sparsam zu bleiben.
Viele denken der Uluru steht in Alice Springs, aber das er eine 5 Studenfahrt entfernt
ist sagt einem keiner. Nach einer Marathonsuche nach einem Lift nach Adelaide
fand ich dann tatsaechlich jemanden fuer den uebernaechsten Tag und buchte
spaet nachts noch schnell eine Tagestour zum Ayers Rock (Uluru) und den Olgas
(Kata Tjuta). Wohl die laengste Tagestour die es gibt mit 1100km zu fahren und
16 Stunden durchzuhalten. Das war es aber definitiv wert. Durch die riesigen
runden Felsen bei Kata Tjuta zu laufen ist einfach atemberaubend und Uluru hat
etwa magisches an sich.
Uluru ist riesig und all die Geschichten der Aborignies, wie Uluru
entstanden ist und wie die Hoehlen, Loecher und Spalte entstanden sind, geben
einen einen kleinen Einblick in die Kultur der Aboriginies, die so anders zu
unserer ist und manchmal schwer zu verstehen ist. Auf jedenfall merkt man das,
dass Land und vorallem Uluru und Kata Tjuta heilig fuer sie sind.
So trage ich mich lieber stolz in das Besucherbuch ein auf dem steht “ich
bin nicht auf den Ayers Rock gestiegen”anstatt wie so viele andere Touristen
den gefaehrlichen Aufstieg zu wagen. Ich bin mir sicher das Aboriginies auch
nicht auf einem Gebetsteppich rumtrampeln wuerden oder mit dem Jesus am Kreuz
Schweinchen in der Mitte spielen wuerden. Warum muss man dann auf einer
heiligen Staette rumlaufen? Es ist nicht nur unverschaemt sondern auch
gefaehrlich. 45 Menschen sind bei dem Auftieg gestorben und 350 haben im
nachhinnein einen toetlichen Herzanfall gehabt. Ist es das wirklich wert?
Ganz wie ein tourist sitze ich dann mit dem Rest der Gruppe mit einem Glas
Champagner und einem BBQ vor Uluru und schaue zu wie die untergehende Sonne den
Monoliten rot faerbt. Ich fuehle mich nicht ganz wohl und wuerde lieber mit
Freunden um ein Lagerfeuer sitzen, dem Sonnenuntergang zu schauen und mein
eigenes Essen kochen. Aber man kann nicht alles haben, oder nicht haben. Ich
denke ich bin zu verwoehnt, unverweohnt zu sein und einfach zu leben…
Roadtrip von Alice nach Melbourne
Spaet nachts zurueck in Alice Springs packe ich schnell meinen Rucksack um
dann frueh morgens nach Melbourne aufzubrechen. Mit einer Schwedin und einem
Australier und einem fahrendem Haus. Das Wohnmobil das wir relocaten nach
Melbourne ist grosser als ein Dormraum, hat Dusche, Mikrowelle, Kuehlschrank,
Grill… und schluckt unglaublich viel Diesel. Die Strecke nach Adelaide ist
einfach der Wahnsinn. Es ist so flach und die Landschaft veraendert sich alle
5min. Endlich sah die Wueste auch mal wie eine Wueste aus, ohne Baeume und
Buesche kilometerweit in alle Richtungen.
Man kommt, mitten in der Wueste an riesigen Salzseen vorbei, die wie Eis in
der Sonne glitzern. Laeuft man im Tshirt auf ihnen rum, bekommt man das Gefuehl
etwas stimmt nicht und es sollte kalt sein.
Nach einem Tag kommten wir nach Coober Pedy. Kilometer vor Cooper Pedy
steht ein Schild “nicht unbedacht Rueckwaerts gehen” “und Gefahr, tiefe
Schaechte”, ueberall haeufen sich grosse Sand- und Erdhaufen auf. Coober pedy
ist eine Opalstadt und der groesste teil der Stadt ist unterirdisch. So gibt es
Hostels und Campingplaetze unter der Erde. In alten Minenschaechten befinden
sich ganze Kirchen. Da der groesste teil der Stadt daher nicht zu sehen ist
wirkt das ganze noch merkwuerdiger. Trostlos, tot und gruselig. Kein gruen weit
und breit, ein Albtraum dort zu leben. Merkwuerdige “Kunst”wie alte Computer
und ganze Raumschiffe, aus irgendwelchen billigen Spacemovies.
Hostel unter der Erde in Coober Pedy- vielleicht verlockend bei 50C im Sommer aber nicht so sehr bei Minusgraden in der Nacht im Winter
Als wir in einer Unterirdischen Kirche landen die uns weiss machen, will
das der juengste Tag gekommen ist, da es 57 Woerter in Mattheaus gibt und man
daraus irgendwie auf 666 kommen kann und das Evolution Quatsch ist weil es doch
einfach zu absurt klingt und wir dann herausfinden das es eine Sonntagschule
ist und dieser Unsinn der australischen Kindern beigebracht wird, fluechten wir
aus Coober Pedy.
Auf dem Weg nach Port Augusta sehe ich dann doch, wenn auch nur aus der
Ferne, die Flinders Ranges. Eine Bergkette die einen Kreis bildet und im
Inneren eine unwirklich aussehende Mondlandschaft geschaffen hat. Kein Wunder
das der Flim Pitch Black dort gedreht wurde. Aus der Ferne sehen sie aber eher
wie weiche Huegel aus in der Hobbits leben koennten.
Sonnenuntergang im Nirgendwo
Ein eher schlechtes Bild der Milchstrasse. Aber der Emu ist zu erkennen. Der dunkle Fleck in der Milchstrasse ist der Kopf des Emus. Ein Sternenbild der Aboriginies das ihnen sagt wann man Emus jagen darf. Der Koerper geht weiter nach unten. Momentan ist er in einer Flugposition was heisst das er gejagt werden darf. Im Fruehling wenn die Emus brueten veraendert sich das Bild sagt den Aboriginies das keine Emus gejagt werden duerfen.
In unserem fahrendem Haus hatten wir neben Dusche und Bad, Kuehlschrank und Microwelle auch einen Grill weswegen es am letzten Abend das allerbeste Essen gab. Gegrillte Nachos mit Salsasauce, Avocado, Paprika, Tomate, Roten Ziebeln und natuerlich Kaese. Mmhhhjam!
Karin und Frank verloren im Nebel in den Grampians
In Port Augusta sehen wir dann endlich wieder das Meer. Da ich schon in Port Augusta war, habe ich dort meinen Australien Loop vollendet. Einmal rundherum und durch die Mitte!!
In Adelaide bleiben
wir 30min. Es regnet, ist nebelig und kalt. Bevor wir nach Melbourne kommen,
stoppen wir noch in den Grampians. Letztes Mal war es warm und trocken, diesmal
ist es regnerisch und nass. Wir rutschen den Wonderlandwalk entlang, der
wirklich maerchenhaft aussieht und werden pitschnass. Im Sandycreek NP
entdecken wir einen Bienenstock und Frank kommt nicht umher reinzuschauen.
Natuerlich werde ich daraufhin gestochen. Nach einen Stich in den Hals und
einer kratzigen Luftroehre im Nachhineine, gerate ich nur kurz in Panik. Ich
sehe schon jemanden ein Messer in meinen Hals rammen und mich durch einen
Kugelschreiber atmen, doch dann lutsche ich ein Hustenbonbon und die Schwellung
geht zurueck. Danke Nestlé. “gehst du in den Super markt und willst kaufen eine
Tuetensuppe. Es gibt Maggie, heiz und dr.oetker, doch letztendlich ist alles
Nestlé. Alles Huehnchen, alles Nestlé.”-das Kaenguru
Jetzt bin ich in Melbourne. Kaempfe um meinen Passport mit nervigen
Botschaften mit Oeffnungszeiten 14-15h und unfreundlichen Menschen. Dafuer lebe
ich im absolut neusten und modernsten Appartment mit drei netten Australiern
die mir die besten kleinen Stock-artigen Pubs zeigen und einfach super nett
sind. Hier laesst es sich die letzte Woche in Australien gut ausshalten.
…noch einen Monat. Bis bald. Hab euch lieb <3
Laura
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