Sonntag, 29. Juli 2012

Neuseeland - Suedinsel und das Ende



Ein letztes Mal sage ich Hallo aus der Ferne. "Hallo Hallo?!"

In Wellington nehme ich die Faehre nach Picton. Im Sonnenaufgang faehrt sie los und schlaengelt sich durch die Malbourough Sounds (Sounds sind die Fjorde in NZ).
In Picton habe ich das Aussitel Neuseelands gefunden. Ein Hostel in dem man sich wie zu Hause fuehlt. Eine Katze, die vor dem Kamin liegt. Gemuetliche, weiche Sofas.Ein Schachspiel auf dem Tisch. Ein Klavier, Gitarren undEinrad stehen herum um benutzt zu werden undjeden Abend backt jemand einen Kuchen zum Nachtisch fuer die Reisenden. In Picton wandere ich den Snoutwalk,dermichzum QueenCharlotteLookout bringt und tolle Ausblicke auf die Sounds gibt.

                                                                Snoutwalk

Von Picton nehme ich den Bus nach Kaikoura. Mein bisheriger Lieblingort NZ. Ein wunderschoenes Bergpanorama, dass sich huebsch am schwarzen Strand hinter dem offenen Meer auftuermt.


Eine wirklich bunte und niedliche Stadt,mit kleinen Gallerienund verrueckten Minigolfanlangen und ganz viel Wildlife.
Mama der Laden haette dir gut gefallen. Die Frau hat sich gefreut als ich ihr erzaehlte das meine Mama genau das gleiche macht (hab ihr aber nicht verraten, dass deine Strickbilder und Patchworksachen besser als ihre sind)



Am Strand entlang gewandert kommtman zu einer Seeloewenkolonie, die auf dem Felsen faullenzt. Da sienicht ganz ungefaehrlich sind soll man 10m abstand halten, was aber schwer ist,wenn sie sich entscheiden mitten auf oder neben dem Gehweg ihr Nickerchen zu halten .


                                             1m entfernt steht das "10m Abstand halten" Schild

Von Kaikoura fahre ich nach Christchurch. Der Bus setzt einen Mitten in der Stadt aus, die eigentlich gar nicht mehr existiert. Nach dem heftigen Erdbeben im Sommer 2011 und rund 5 Erdbeben taeglich (meist nicht spuerbar,seid dem grossen Beben gab es mehr als 40.000 Aftershocks), werden saemtliche Gebaeude in der Innenstadt abgerissen,da sie einfach zu unsicher sind. Man irrt durch die Strassen,alles ist leer und kaputt. Es sieht aus wie in einem Nachkriegsgebiet. Flyer flattern ueberdie leblosen Strassen und rufen zum Protest aus, gegen das Abreissen der Katherdrale. Graffitis und Poster sagen: "Gute Besserung Christchurch".


In einem Hostel im 4. Stock zu schlafen,wo rundherum saemtliche Hochhaeuser abgerissen werden, fuehle ich mich wirklich nicht wohlund nehme den schnell Bus nach Mt.Cook.

Mt.Cook ist der hoechste Berg Neuseelands. Normalsterbliche koennen ihn nicht besteigen.Bergsteiger ueben auf Mt.Cook um den Mt.Everest zu besteigen. Er ist zwar nicht so hoch,aber ziemlich gefaehrlich undunberechenbar. In Mt.Cook und der Umgebung wurde ein grosser Teil des 3. HerrderRinge films gedreht. Nach einem Tag wandern sitzen alle Abends muede vor dem Kamin und versuchen Mt.cook im Herrderringe film zu entdecken.


Von der Mt.cook village aus kann man zum Kialookout wandern und einen Blick auf Tasmangletscher werfen. Vor einem anderen Wanderweg, der steil ueber 2000 Treppen hinauffuehrt (auf dem Rueckweg habe ich gezaehlt) werde ich vorAvalanches gewarnt, was mir nichts sagt, bis ich um einiges hoeher nicht weiterwandern kann,da eine Schneelawine den Weg versperrt hat. Also man merke sich Avalanche gleich Lawine.


Unter dem Schneeberg befindet sich Stufe 2001

Im Bus lernt man interessante Leute kennen. Positiv wie negativ. Ein franzoesisch-canadisches Geschwisterpaar ist glecihgesinnt und sehr nett und in Queenstown wandern wir zusammen und probieren einen der beruemten Fergburger. Andere Maedchen meines alters, lachen uns aus als sieheoren das wir in Hostels schlafen und erzaehlen uns von ihren skydive,bungeejump,jetboat,reit,gokart blablabla plaenen,bei denen sie in einer woche queenstwon mehr geld ausgeben als ich in einem jahr reisen. Jedem was ihm gefaellt.

                                          QueenstownHill Walk mit Jean-Phillipe und Catherine

Von Queenstown aus mache ich einen Tagestrip zu den MilfordSounds. Der beruehmteste Fjord und wohl auch ueberfuelltste Nz. Schon die Fahrt dorthin ist beeindruckend. Es regnet ununterbrochen und wir fahren die Berge hoch und runter,steile Taeler hinab,durch Tunnel und ueber unzaehlige Bruecken (die in Neuseelandalle einspurig sind. was ja auch sinn macht bei den vielen touristen undBussen...?). Bei einem Stopp sehen wir einen Kea. Einen grossen Neuseelaendischen Vogel, der schlauste Vogel der Welt,der mit dem Gehirn eines 4 jaehrigen Kindes mithalten kann. Der Mirrorlake machte seinem Namen alle Ehre und spiegelt die Berge so klar in seinem dunklen Wasser, dass sie besser als in Wirklihkeit aussehen.

                                                                 Mirrorlake

                                                             Milford Sound

Auf einer Zweistuendigen Bootstour fahren wir durch die Sounds. Die Berge tuermen sich riesig zu beiden Seiten auf und der Nebel haengt auf halber Hoehe,was das ganze unwirklcih aussehen laesst. Uberall gibt es Wasserfaelle und Seeloewen tummeln sich auf grossen Felsen.

Von Queenstown reise ich nach Wanakaaaaaaaaaaaaaaah. So viele aaaa’s weil sie mich an mein Wankaerlebnis erinnern, denn ich bin geskydived!!!!!!!!! Nach unzaehligen Kalkulationen und einemriesigenDiscount stand fest ich kann mir einen letzten Traum erfuellen,ein letztes Abenteuer.Einen Fallschirmsprung aus 12.000ft.Aus einem kleinen Flugzeug huepfen und bei einem 45sekunden langen freefall berge, gletscher,fluesse und seen auf mich zurasen sehen. So war es dann auch. Nur nicht ganz so einfach.Vorher habe ichnoch gezittert (ob vor kaelte oder angst) wie espenlaub undmich gefragt ob ich denn noch alle Tassen im Schrank habe als das Flugzeug abhob und immer hoeher und hoeher stieg und als wir schon ueber den Wolken waren,ploetzlich die kleine Rolltuer vormir aufging und mein Gide mich draengelte an den Rand zu ruecken und meine Freefallposition einzunehmen.Also gut, an den Rand setzen die Beine unter den Flugzeugbauch biegen (also draussen) an den Riemen loslassen,Kopfnach hinten und... ja fallen. Das Gefuehl ist mit nichts zu fergleichen. Man kann nicht schreinen,weil einem die Luft wegbleibt und man faellt einfach nur. Ueber Kopf oder auch nicht. Mit 200km/h.

 DER Moment. Hm ja der komische Buckel ist nur der grosse Anzug^^ aber man geachte unten links


Dann geht auch schon der Schirm auf und endlich kann man die unglaubliche Landschaft geniessen.Nocheinmal Mt.Cook sehen, die Weite geniessen,ein paar kurven drehen die einem das Mittagessen hochkommen lassen und dann steht man auch schon wieder auf zittrigen Beinen auf dem Boden und kann von dortan einen Tag nicht mehr aufhoeren zu grinsen.
Genauso atemberaubend war am naechsten Tag meine Wanderung auf Mt.Roy.Demhoechsten Berg in Wanaka,der nach einem unglaublich steilen 4 stunden anstieg einen 360g aussicht ueber die Umgebung gibt.

                                                             Tzzz...Poser. Fast zu perfekt



Von Wanaka geht es fuer mich an die Westkueste. Zum FoxGlacier und anschliessend zum FranzJosefGlacier. Von den trockenen Feldern und gelb-gruenen Huegeln,geht es ueber den Haast Pass ploetzlich in Regenwald und satte gruene Wiesen udn Waelder ueber. Der Wald um Fox Glacier ist einfach Zauberhaft und ich verliere mich in kleinen Details,wie ein Sonnenstrahl der durch ein, mit Tautropfen benetztes Spinnennetz schimmert.



Naeher als 200m kommt man an den Foxglacier leider nicht,ausserman bucht eine Tour auf demGletscher. Aber diese riesige Eismassemitten im Regenwald ist schon sehr beeindruckend. FranzJosefGlacier bietet den gleichen Anblick (man nennt die Gletscher auch die Zwillinge).



Als ich Abends mit Constance, Jenny und Aline am Gillipsie Strand den Sonnenaufgang anschaue sehen wir wie sich das Bergpanorama mit Mt.Cook,Mt.Tasman und den Gletschern rosa faerbt. Was fuer ein schoener Abschluss.

Danach beginnt mein letzter Reisetag. Ich nehme den Bus nach Greymouth um von dort direkt in den Zug nach Christchurch zu steigen. Die Tranzalpine faehrt ueber den beruehmten Arthurs Pass nach Christchurch. Von der Westkueste an die Ostkueste. Durch 70 Tunnel,ueber Bruecken und Viadukte,schlaengelt sie sich ueber den Bergpass. Eine wirklcih unglaubliche Zugfahrt. Das letzte Abteil ist zu den Seiten offen,sodass man frierend draussen stehen kann und zwischen den Tunnel-abstaenden „ahh“ und „ohh“macht wenn man einen Blick auf die Berge,oder einen leuchtendblauen Fluss bekommt der tief in einer Schlucht fliesst.

                                                                   Arthur's Pass


In Christchurch nehme ich den Bus zum Flughafen. Dort verbringe ich eine schlaflose Nacht und fliege frueh nach Auckland, wo ich Andrew ueberrasche, der meine Mail, dass ich komme, nicht bekommen hat und etwas ueberrumpelt ist. Wir machen aber das Bestes aus dem Wochenende und er nimmt mich mit zum Weintesten in der Umgebung. Ich schwenke Wein,schnueffle daran und riese wirklich Beeren und Honig und Zitronen. Trinke sehr guten Wein und auch abartigen. Sehr sehr muede essen wir eine echte napolitanische Steinofenpizza (omg war die lecker, fast so gut wie pizzaalmais Miriam :-)) ich skype noch mit Israel und Deustchland und falle dann nach 40stunden reisen insBett...naja aufdie Luftmatratze. AmSonntag zeigt mir Andrew einen Markt, weitere Vulkane in Auckland und das mega-Museum in dem es gerade eine Ausstellung der Weltbesten Tier-und Naturfotografen gibt. Die Ausstellung hat mich einfach umgehauen und etwas ernuechtert bezueglich meiner Fotos^^ Hoffentlich gefallen sie euch trotzdem J
In Zwei Tagen fliege ich nach Hause. Ich kann es nicht mehr abwarten. Mit diesem letzten Blogeintrag geht auch mein Abenteuer zu Ende. Rueckblickend kann ich einfach nicht fassen was ich erlebt habe,wen ich getroffen habe und wo ich gewesen bin. Es war ein einziger Traum, den ihr Mama,Papa,Oma und Opa mir geholfen habt zu erfuellen. Und ihr Topfdiebe habt mir geholfen ihn zu geniessen. Denn alleine kann man so etwas nur schaffen, wenn man eine Familie und so tolle Freunde hat die einen nicht vergessen und trotz einer so grossen Entfernung fuer einen da sind. Danke euch allen. Ich freu mich auf jeden einzelnen und hoffe das ihr dienoch unterwegs seid bald zurueck kommt das ich auch euch erdruecken und zu tode quatschen kann und endlich wieder Muskelkater vor Lachen bekomme. Voellig pleite und muede kehre ich nach Hause zurueck. Nach Herscheid das sich ausser einem Kreisel hoffentlich nicht veraenert hat. Ob ich mich ausser meiner sehr blonden Haaer veraendert habe und wie ich da jetzt hineinpasse werde ich dann herausfinden. Denn neue Abenteuer warten und neue Plaene werden schon geschmiedet.


Ich habe euch sehr lieb. Bis sehr sehr sehr sehr bald. <3

1 Kommentar:

  1. Das war der letzte Eintrag, den ich von dir lesen konnte... Ich freue mich so unendlich dich bald wiederzusehen !!!! Es ist so schön, dass du wieder heile in Herscheid angekommen bist und ich hab es so genossen an deinem riesen Abendteuer teilhaben zudürfen!! Bis in spätestens einer Woche ;)
    Deine Julia

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